Was wäre das Jahresende ohne den obligatorischen Jahresrückblick. Auch 2025 waren wir wieder an verschiedensten Aktivitäten und Aktionen beteiligt. Von hochkarätigen Vorträgen über praktische Pflanzaktionen bis hin zu wichtigen Netzwerktreffen:
Unsere Ortsgruppe war so aktiv wie selten zuvor. Und das Wichtigste: Wir sind nicht allein. Immer mehr
Menschen erkennen, dass der Schutz unseres Klimas auch der Schutz unserer Gesundheit ist.
Februar: Mut machende Wissenschaft mit Harald Lesch und Martin Hermann
Das Jahr begann mit einem echten Highlight: Am 3. Februar kamen Prof. Harald Lesch und Dr. Martin
Hermann nach Ebersberg, um über „Die Energiewende – ein Gesundheitsprojekt“ zu sprechen. Und das hat tatsächlich Mut gemacht! In Zeiten, in denen die Klimanachrichten oft bedrückend sind, gelang es den beiden Experten, einen anderen Blick auf die Dinge zu werfen.
Sie präsentierten nicht nur die aktuellen Daten zur Entwicklung des Weltklimas, sondern zeigten auch
ermutigende Zahlen: Die Weltgemeinschaft hat sich in den vergangenen Jahren tatsächlich bewegt, und zwar stärker als viele denken, hin zu einer klimaneutralen Energiewirtschaft. Die Botschaft des Abends war eindeutig: Wir haben eine realistische Chance, die drastischsten Szenarien noch aufzuhalten. Da geht noch was, solange genügend Menschen sich engagieren!

Die Veranstaltung fand großes Echo in der regionalen Presse. Der Merkur schrieb über „Messungen zählen, nicht Meinungen“ und das „Gesundheitsrisiko Klimawandel“, die Süddeutsche Zeitung bezeichnete den Abend als „inspirierend“. Wer sich die Fakten noch einmal in Erinnerung rufen möchte, findet die Präsentation hier.
März: Mit den eigenen Händen anpacken
„Vom Reden ins Handeln“. Das haben drei Mitglieder unserer Ortsgruppe am 8. März wortwörtlich genommen. Beim „Neihaufescht“ des Bergwaldprojekts packten sie gemeinsam mit fast 90 weiteren Mitwirkenden im Ebersberger Forst an. Bei sonnigem Frühlingswetter und bester Verpflegung wurden unter fachkundiger Anleitung rund 1.400 junge Eichen gepflanzt.
Das Ziel: Den fichtendominierten und damit labilen Ebersberger Forst in einen stabilen und resilienten
Mischwald umzubauen. Die Stimmung beim schweißtreibenden Schwingen der Wiedehopfhauen, beim
Pflanzen und in den gemeinsamen Pausen? Positiv und zuversichtlich. Denn hier wurde spürbar: Wir können aktiv etwas tun, um dem Klimawandel zu begegnen!
Das Bergwaldprojekt ist seit über 30 Jahren mit Tausenden Freiwilligen deutschlandweit im Einsatz für den Schutz und die Wiederherstellung von Ökosystemen. Ein inspirierendes Projekt, bei dem man selbst erleben kann, wie konkrete Klimaschutzarbeit aussieht.
April: Hitzeschutz auf die politische Agenda
Im April ging es darum, Strukturen zu schaffen: Am 9. April fand in München eine wichtige
Diskussionsveranstaltung der Bayerischen Landesärztekammer statt. Mit dabei: Dr. Marc Block, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands Ebersberg und Vorstandsmitglied von H4F Ebersberg.
Gemeinsam mit Prof. Harald Lesch, Dr. Martin Herrmann und BLÄK-Präsident Dr. Gerald Quitterer warb er vor den 63 Ärztlichen Kreis- und acht Bezirksverbänden in Bayern für die Gründung von
Hitzeschutzbündnissen auf regionaler und lokaler Ebene. Der Hintergrund ist alarmierend: 2024 war der
heißeste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Wir müssen uns auf noch extremere Hitzeperioden einstellen, die die Gesundheit der Menschen in Bayern erheblich gefährden.

Die gute Nachricht: Schon mit einfachen, kostengünstigen Maßnahmen lässt sich vor Ort viel bewirken. Die Einrichtung kühler Rückzugsorte, angepasste Lüftungsstrategien oder die Benennung von Verantwortlichen für den Hitzeschutz sind Schritte, die Leben retten können. Und: Um vom Reden ins Handeln zu kommen, finden wir auf kommunaler Ebene viele Partner. Es lohnt sich, Netzwerke zu knüpfen und Synergien zu nutzen!
Juni: Aufklärung zum Hitzeaktionstag
Passend zum bundesweiten Hitzeaktionstag im Juni stand das Thema Sommerhitze wieder im Fokus. Eva Lell sprach mit Dr. Yukio Nave von H4F Ebersberg und Dr. Martin Herrmann von KLUG e.V. über die Gefahren sommerlicher Hitze und die medizinischen Herausforderungen länger anhaltender Hitzeperioden.

Ein wichtiges Aufklärungsgespräch, denn Hitze ist längst nicht mehr nur ein Unbehagen, sondern eine
ernstzunehmende Gesundheitsgefahr, besonders für vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, Kinder und chronisch Kranke. Die Erkenntnisse aus diesem Gespräch sind auf unserer Website nachzuhören.
Oktober: Wissen weitergeben in Glonn
Am 7. Oktober war Dr. Ulrike Burggraf, HNO-Ärztin und Gründungsmitglied von H4F Ebersberg, zu Gast
beim Frauenfrühstück in Glonn. Ihr Vortrag „Was hat Klimaschutz mit unserer Gesundheit zu tun?“ machte deutlich, was uns antreibt: Die Zusammenhänge zwischen Klimakrise und Gesundheit sind real und betreffen uns alle.

Dr. Burggraf zeigte anhand konkreter Beispiele auf, wie sehr unsere Gesundheit vom Zustand des Planeten abhängt. Ihr Fazit: Ein gesunder Planet ist die Voraussetzung für ein gesundes Leben – und wir können durch unser eigenes Handeln Positives bewirken. Diese Perspektive des Handelns statt der Ohnmacht zieht sich wie ein roter Faden durch all unsere Aktivitäten.
November: Zwei wichtige Veranstaltungen zum Jahresausklang
Der November stand ganz im Zeichen der Wissensvermittlung. Am 12. November hielt Dr. med. Andreas Reich im Haus der Familie in Ebersberg einen Vortrag zum Thema „Klimaangst – von der Ohnmacht ins Handeln kommen“. Ein hochaktuelles und wichtiges Thema: Die täglichen Nachrichten zur Klimakrise sind bedrückend und besorgniserregend. Sie machen Angst und wirken oft lähmend.
Der Vortrag beschäftigte sich mit den Auswirkungen der Klimakrise auf unsere psychische Gesundheit und vor allem mit den Möglichkeiten, damit umzugehen. Denn genau darum geht es: Wie kommen wir von der Ohnmacht ins Handeln? Wie können wir trotz aller Sorgen unsere Zukunft aktiv gestalten?
Nur zwei Tage später, am 14. November, folgte das nächste große Event: Der Ärztliche Kreisverband, Health For Future und die Gesundheitsregion Plus luden zum kostenlosen Ernährungssymposium „Ernährung im Fokus– Strategien für ein gesundes Morgen“ in den Speisesaal des Klinikums Ebersberg ein.
Vier hochkarätige Expertinnen und Experten beleuchteten aus unterschiedlichen Perspektiven, wie unsere Ernährung mit Gesundheit, Wohlbefinden und unserer Umwelt zusammenhängt: Prof. Dr. Helene von Bibra gab ein kritisches Update zu aktuellen Ernährungsempfehlungen, Jutta Löbert sprach über genussvolle und bewusste Ernährung ab der Lebensmitte, Dr. Daniel Plecity erläuterte die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Gesundheit und Krankheit, und Dr. Jörg Schmid von der Deutschen Allianz für Klimawandel und Gesundheit stellte die „Planetary Health Diet“ vor.

Im Anschluss an die Referate hatten die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Fragen direkt an die Expertinnen und Experten zu richten. Eine gelungene Veranstaltung, die zeigte, wie vielfältig das Thema Ernährung ist – und wie sehr unsere persönlichen Entscheidungen beim Essen mit den großen Fragen von Gesundheit und Klimaschutz verknüpft sind.
Was bleibt?
2025 war ein Jahr, in dem wir einiges bewegen konnten – im wahrsten Sinne des Wortes. Von der Wissenschaft bis zur praktischen Arbeit im Wald, von hochkarätigen Vorträgen bis zu wichtigen Netzwerktreffen.
Was uns besonders freut: Immer mehr Menschen aus der Region interessieren sich für die Zusammenhänge zwischen Klimakrise und Gesundheit. Und immer mehr Menschen erkennen, dass wir nicht ohnmächtig zusehen müssen, sondern selbst aktiv werden können.
Die Botschaft, die sich durch all unsere Veranstaltungen zieht, ist klar: Da geht noch was. Wir haben eine Chance, und wir nutzen sie gemeinsam. Wir freuen uns auf ein weiteres engagiertes Jahr 2026 und darauf, noch mehr Menschen für das Thema zu begeistern!
Sie möchten mitmachen? Health for Future Ebersberg ist offen für alle, die sich für Klima- und
Gesundheitsschutz einsetzen möchten. Ob Gesundheitsberuf oder nicht – jede und jeder ist willkommen.
Informationen zu unseren regelmäßigen Treffen und Aktivitäten finden Sie auf unserer Website.
